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Der Held des Tages.

Der kleine Affe geht nach dem Schaf als letzter ins Bett, weil der Wal so lange geredet und allen ausführlich seine große Liebe, das Warzenschwein, vorgestellt hat. Auch wenn der Esel sonst immer als letzter das Bett aufsucht, war der Affe heute der Held. Denn schlafen ist uncool und Wachsein ist der neuste Trend. Aber auch nur, wenn keine Partys anstehen. Der Esel war sehr früh eingenickt, weil er die Geschichte vom Wal und vom Warzenschwein schon kannte. Der Flamingo hatte sich erbarmt, obwohl er die Geschichte noch nicht kannte, und hatte den Esel ins Bett getragen. Der hatte laut geschnarcht und das Warzenschwein hat leider nur eine sehr piepsige Stimme. Flamingo und Esel waren also die Verlierer des Abends. Und beinahe hätte auch das Schaf den Titel als Tagesheld gewonnen, wenn ihm nicht kurz vor Schluss ein Blumentopf auf den Kopf gefallen wäre. Als das Schaf ohne weitergaben weitergaben auf dem lila gestreiften Teppichboden lag, stand der Sieger fest. Der kleine Affe tanzte Samb

Du bist nicht was du besitzt.

Bücher in Regalen, kleine Figuren auf dem Fenstersims, Bilder an der Wand und die Inneneinrichtung erzählen etwas von uns. Was wir mögen, was uns interessiert, was uns wichtig ist, was unsere Zeit füllt. Und dann gibt es noch das, was hinter verschlossenen Türen, in den untersten Schubladen und den dunklen Ecken liegt. Auch das erzählt von uns. Vielleicht achtlos verlegt, vielleicht bewusst versteckt. Aus den Augen, aus dem Sinn, aber immer noch irgendwo, um im Notfall darauf zurück zu greifen. Nur – für welchen Notfall? Ich rede nicht von dem Nähset, welches man alle Jubeljahre zum Knopfannähen braucht oder die saisonale Dekokiste. Nein, ich rede von kleinen Schachteln, gefüllt mit Eintrittskarten, Erinnerungsstücken aller Art, Zetteln mit lebenswichtigen Notizen. Wenn sie einem in die Hände fallen, leuchten Erinnerungen auf in allen Farben und Formen. Glücklich bunt und zerstörerisch trist. Ich hebe also eine Notiz auf, für den Fall, dass ich mal das Bedürfnis nach einer trübsinnige

Oh Leben, was machst du nur?

Oh Leben, was machst du nur mit mir? Sechs Monate eines neuen Jahres verstreichen, ohne eine Zeile in die digitale Welt zu pressen. Sechs Monate, in denen das Leben geendet und gewachsen ist, hinterfragt und gefestigt, auf den Kopf gestellt und geordnet wurde. Sechs Monate und der Gedanke, diesen Blog für immer einstauben zu lassen. Passt es zu meinem Leben, wie es heute ist, noch zu Bloggen? Ist das nicht total 2009? Ist mein Leben nicht dieser Form entwachsen?  Oder habe ich nur den Mut verloren. Den Mut, Gedanken in Worte zu fassen. Beobachtungen in Beschreibungen. Das Leben sehen wie es ist und in kleine Buchstaben zu pressen. Immer wieder die Frage nach Anerkennung und Reichweite, nach Sinn und Zweck. Und am Ende stehe ich vor mir selbst, sehe, wie ich Talent vergrabe, anstatt zu investieren. Und wenn ich nur für mich selbst schreiben würde, wäre es jeden Buchstaben wert. Warum? Weil dies alles ein Teil von mir ist. Und wie dämlich ist man, sich se